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Die Ich-AG und Existenzbegründungen oder das Leben als soziale Fabrik

Dr.Albern am 16.09.2009
Zum einjährigen Jahrestag seit Beginn der Wirtschaftskrise ergab mein kurzer, persönliche Rückblick, dass sich seit letztem September einige in dieser Form nicht mehr funktionierende, kleinere und größere Unternehmen bzw. Institutionen entweder ganz oder teilweise aus dieser Welt verabschieden mussten, weil Sie unter anderem auch nicht über die Fähigkeit verfügten, sich in sinnstiftender Form neu zu erschaffen, um so Ihr weiteres Überleben zu gewährleisten.

Es ist fast ein nachsichtiges und mildes Gefühl, das sich deshalb bei mir einstellt, weil ich es bereits seit fast zwei Jahrzehnten gewöhnt bin, mich zur Bewältigung meiner Krisenzustände permanent aufs Neue zu erfinden.
Durch diese tagtägliche Beschäftigung mit dem finanziellen Überleben ergibt sich automatisch eine Antwort auf einen allgemein immer spürbareren Mangel an Sinn im Leben der Menschen.

Beinahe 10 Jahre sind seit Schröders Aufruf zur Gründung der Ich-AG vergangen und nun scheint mir logischer denn je, dass man diese Gründungsinitiative seines damaligen Kompetenzteams mit der derzeitigen(und sicher noch länger gegenwärtigen) Wirtschaftskrise zu einem sinnstiften, nachhaltigen und die Existenz anderer begründenden Konzept ausbauen könnte.

Ich würde es dann "Die soziale Fabrik - der unterhaltsverpflichtete Ex-Gatte" taufen.
Besonders unerfahrene Männer zwischen 20 und 50 Lebensjahren mit (noch) respektablem Einkommen eignen sich hervorragend für diese spannende, aufregende und tagfüllende Lebenskonzeption.
Der erste Schritt besteht für den zukünftigen Existenzbegründer aus dem Durchführen einer möglichst unüberzeugten, kurzfristigen Eheschließung mit einer konsumfreudigen Partnerin.
Ein sofortiger Ankauf eines fremdwährungsfinanzierten, geförderten Eigenheims bildet den langfristigen Verpflichtungsrahmen von dem der erfolgreiche Existenzbegründer selbst möglichst wenig profitiert und auf Jahrzehnte nicht mehr erholen wird.
Von der Gattin wird ihm großzügigerweise ein Computerzimmer zugewiesen, in dem aber auch der Wäscheständer Platz finden muss.
Nun ist das erforderliche Personal an der Reihe. Zwei bis drei "zufällige" Schwangerschaften bringen bei der "Dispo" Schwung und weiteren Zeitaufwand in den Tagesablauf der sozialen Fabrik.
An den Wochenenden sollten Besuche bei Verwandten und Freunden eingeplant werden, damit die Ansammlung von 5-8 Kindern die sich eventuell einstellende Ruhe rasch vertreiben können.

Nach dieser Eingewöhnungsphase sollte die soziale Fabrik nun ausreichend vorbereitet sein, den "Mutterkonzern" verlassen zu können, um in den nächsten "Geschäftszweig" zu expandieren. Dazu muss sich der Begründer die eine oder andere noch konsum- und gebärfreudigere, junge Geliebte scouten, schleunigst die Scheidung einreichen und umgehend ein weiteres von ihm zu bezahlendes, etwas kleineres Eigenheim anschaffen.

Belebend auf den laufenden "Umsatz" an Geld und Zeit bzw. Organisations- und Klärungsbedarf wirkt sich die Verteilung der Unterhaltspflichten auf viele verschiedene Berechtigte aus.
Dadurch bleibt die soziale Fabrik länger mit der Jugendwohlfahrt im Gespräch.
Falls sich im weiteren Tätigkeitsverlauf die Möglichkeit bietet, in ein familiäres "Joint Venture" einzusteigen, ein Familienbetrieb der sich nur dadurch begründet, den anderen Familienmitgliedern und nicht dem Existenzbegründer selbst eine Ruhestandsabsicherung zu verschaffen, sollte die Gelegenheit nicht verpasst werden.

Wie bei allen erfolgreichen Unternehmen sollte nachhaltiges Handeln oberste Priorität haben.
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Aliment ist mein Sanitäter
in der Not
Aliment ist mein Fallschirm
und mein Rettungsboot

Krisenmeister  16.09.2009 11:22

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